01. März – 15. März 2026
Paradise – muss wirklich so sein, mitten in der Wüste, die Berge in naher Entfernung, schönste Golfplätze rundherum, eine Villa nach der anderen und darin eingebettet, in diese Umgebung eine wunderschöne, weitläufige Tennisanlage.
Und wie perfekt eigentlich, dass auch Lilli immer wieder seit Kindheitstagen ihr Golf aufmöbelt. „Wie schaut es aus Tagger Jugend, heute Familiengolf. Wer nimmt es auf?“ rief Stephan oft durchs Haus. Von Emma kam meistens postwendend: „Bin dabei Papa, du und ich, dann haben wir Ben und Lilli „im Glasl!“ 😊 ….. und als dann alle heimkamen meinte Emma einmal: „Mama, mit dem Ben habt ihr’s verhaut, der stellt sich hin, spielt Golf, als hätte er nie was anderes gemacht, spielt Paddel Tennis mit links, damit die Kollegen mithalten können….also aus dem wär besser ein Sportler geworden, das wär ein leichtes gewesen.“



Vor den Golfeinheiten wurde immer trainiert, Fitness mit Sergio und dann 2h Tennis mit abwechselnden Trainingspartnerinnen. Unter anderem gab es ein Match up mit Venus Williams – und zur Gewöhnung an die Dimension der Plätze bei diesen großen Turnieren dieses gleich am Grandstand.

„Die Anlage hier ist wirklich wunderschön!“, meinte Lilli, „extrem weitläufig und viele Bereiche, wo man sich als Spieler auch einmal zurückziehen und die Ruhe genießen kann. Und stell dir vor, was gestern auf meinem Speiseplan stand: Kaiserschmarrn!“


Mittlerweile höre ich Lilli 1x am Tag und das manchmal nur sehr kurz. Aber jedes Mal spüre ich wie gut es ihr geht, wie fröhlich sie und wie überzeugt sie von ihrem Weg ist. Das Leben eines Profisportlers birgt Höhen und Tiefen, Erfolg und Misserfolg sind ständige Begleiter, irgendwie denke ich muss man besonders gestärkt sein dafür, eine Persönlichkeit entwickeln, die es einem erlaubt diese emotionalen negativen Belastungen und auch „Freudentaumel“, die sich sehr schnell abwechseln, mitzunehmen und zu durchleben. Ohne sich dabei aus der Spur bringen zu lassen. Sicher nicht einfach, aber wenn wir als Eltern über etwas sehr glücklich sind, dann ist es sowohl das Max Sartori Umfeld, Lillis erste 2 „italienischen Jahre“, als auch das Francesca Schiavone Umfeld seit Herbst 2023. Denn das Tennisumfeld ist das eine, beide Male sehr, sehr gut, aber wie sie Lilli auch abseits des Platzes zu dieser gereiften Persönlichkeit heranwachsen haben lassen, das ist schon wirklich schön zu sehen für uns als Familie.
Profis eben: Am Platz und abseits des Platzes, mit viel Ruhe hat Lilli Zeit sich zu entwickeln und nicht nur im Tennis, sie darf auch ihre Persönlichkeit mit heranreifen lassen.
Das Los im Hauptfeld ergab Varvara Gracheva, Nummer 58 der Welt zu diesem Zeitpunkt. Lilli war ready für das Match und konnte es kaum erwarten auf den Platz zu gehen. „Wir haben viel trainiert, viel gearbeitet, jetzt möchte ich raus auf den Platz und Umsetzen!“
„Nach dem Match melde ich mich nicht gleich, ich mach noch cool down, dehnen, duschen eventuell Presse…..du kannst ruhig schlafen gehen Mama, keine Sorge, mir geht es gut!“
Sag ich ja, groß ist sie geworden die Lilli!



Wir versammelten uns ganz gespannt vor dem Fernseher, die Tagger Jugend in Graz, die Tagger Oldies zu Hause. Untereinander haben wir uns vorher ausgetauscht, wie wird das werden, kann Lilli dagegenhalten, wird sie angespannt sein, die große Bühne ist schon was ganz anderes…hat sie vielleicht auch Erwartungen an sich selber, diese WC einfach gut zu nützen – erzwingen kann man bekanntlich nichts, aber dass es eine Chance ist, das weiß Lilli natürlich genau.
„Ready play“….und los ging’s! Schon nach kurzer Zeit schrieb Emma: „Unglaublich wie die Lilli am Platz agiert. Die tut grad so, als wär sie da schon daheim! Bin so stolz auf sie, Wahnsinn meine litlle sis!“
Alles gesagt damit, und das Debüt auf der Masters 1000 Ebene ist ihr wirklich gelungen: mit 6:2 6:4 konnte Lilli das Match für sich entscheiden!
Sie schickte ein riesiges Lachen in ihre Box und nachher meinte sie auch vor der Presse: „Ja, auch meine Trainerin hat Emotionen gezeigt nach diesem Sieg, weil wir wissen wie viel konsequente Arbeit dahinter steckt.“
Nach dem WTA Pressetermin ging es noch ins Studio des TennisChannel’s, wo Lilli mit dem Moderator scherzte und dann auch meinte: „Ah, du bist verrückt nach Golf, dann sollten wir mal zusammen spielen.“ Und der Moderator meinte: „Definitely, we should do this, great!“
Einfach unkompliziert die Lilli, geerdet, bodenständig und natürlich!

In Runde 2 wartete schon Maria Sakkari und Lilli gelang es, den ersten Satz sehr offen zu halten und Sakkari zu fordern. 7:5 ging der erste Durchgang an Sakkari und dann hat diese auch Fahrt aufgenommen. Lilli hatte Anfang des 2. Satzes noch ihre Chancen, konnte diese aber nicht nutzen und Maria Sakkari agierte aus einer 3:0 Führung im 2. Satz dann sehr stark, sicher und professionell.

Trotzdem, was für eine Erfahrung für Lilli – und Matches auf diesem Niveau braucht sie noch viele, um das Tempo gewohnt zu werden, um zu lernen, wie man am Platz agiert, auch zwischen den Ballwechseln, einfach um ein Selbverständnis zu entwickeln, gegen die Top Spieler anzutreten. Immer wieder erwähnt Lilli auch: „Hier auf der Seniors Tour musst du viel länger im Ballwechsel bleiben und um einen Punkt zu machen hast du vielleicht eine Chance, wenn du die nicht nützt, kehrt sich das um und die Gegnerin nützt ihre Chance sofort. Auf der Junior Ebene und auch auf Challenger Ebene, gibt dir die Gegnerin mehr unerzwungene Fehler und kannst du eine Punktchance nicht nutzen, wirst du eine Zweite in der Ralley bekommen – auf hohem Level funktioniert das so nicht mehr.“
Ein ganz großes Bravo an Lilli, für das, wie sie sich am Platz entwickelt, aber auch für das, wie sie diese Welt des Spitzensports lebt!!