WTA Amstetten – 04. – 10. August 2025

Normalerweise ist es meine Mama, die hier auf unserem Blog die Berichte über Lillis Tennisturniere veröffentlicht. Dieses Mal wollte ich selbst mal ran. Ich bin Emma, Lillis Schwester und ich war die ganze Woche mit dabei – habe angefeuert, mitgefiebert und alles hautnah miterlebt. Deshalb gibt es den Bericht heute einmal aus meiner Sicht😊
Am Montagmorgen machten Mama und ich uns gemeinsam auf den Weg nach Amstetten. Für mich war das ein besonderer Tag, da ich unterwegs das Ergebnis meines Medizinaufnahmetests erhielt – und die Freude war riesig, denn ich habe bestanden. Meine Mama meinte vollkommen happy: „Eines der „Matches“ dieser Woche haben wir jetzt somit bereits gewonnen. Das wird eine tolle Woche! Grande Emma!“ Natürlich mussten wir gleich einige Telefonate führen, auch mit Lilli, die sich sehr für mich freute. Nach einem kurzen Stopp in Salzburg kamen wir zu Mittag an. Der Regen machte an diesem Tag ein weiteres Training für Lilli unmöglich, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Am Abend gingen wir dafür gemeinsam mit Lilli und Francesca essen und starteten so gemütlich in die Turnierwoche.
Am Dienstag begann das Turnier für Lilli mit einem Auftaktmatch auf dem Center Court gegen eine Qualifikantin aus Italien. Vor vielen Zuschauern spielte sie ein spannendes und hart umkämpftes Match, das sie schließlich in 3 Sätzen für sich entscheiden konnte. Richtig schwierige Bedingungen für Lilli, die Plätze nass wie ein Wettex und die Bälle nach 2-3 games schwer wie Boccia Kugeln. Harter Arbeitstag für Lilli, aber sie löste die Aufgabe mit eisernem Willen. Am Mittwoch hatte sie spielfrei, weshalb Mama und ich kurzerhand entschieden, unsere Reise zu verlängern.

Die Tage in Amstetten hatten ihren ganz eigenen Rhythmus. Spielbeginn war jeweils um 11.00 Uhr und da Lilli meist das 2. Oder 3. Match angesetzt war, mussten wir regelmäßig Wartezeiten überbrücken. So spazierten Mama und ich entlang der Ybbs und sie war begeistert von den vielen Tieren dort und hielt ständig an, um Fotos von Fischen, Enten und Gänsen zu machen. Zur Mittagszeit wurde es unsere kleine Routine, beim nahegelegenen Billa frische Salate zu holen, manchmal auch Beeren für Lilli als Stärkung. Auch das Wetter spielte jetzt endlich wieder mit – der Regen hatte sich verabschiedet und von Tag zu Tag kletterten die Temperaturen nach oben.




Auf der Tribüne gab es keinen Schatten und so saßen wir bei brütender Hitze, schwitzten in der Sonne und hielten tapfer durch. Ich musste mir sogar eine Hose kaufen, weil ich für das heiße Wetter nicht richtig vorbereitet war.
Lilli hatte ihre ganz eigenen Routinen: morgens frühstückte sie mit Francesca, gegen 10.30 Uhr spielte sie sich ein, ging dann oft zum Schwimmbad von Amstetten für das Mittagessen (weil die Kantine dort fast leer war, kühl und immer ruhig) und bereitete sich anschließend konzentriert auf die Matches vor. Wenn sich die Spiele vor ihr auf dem Platz verzögerten, versuchte sie Francesca beim Karten spielen „rein zu hauen“ und wenn es ihr gelang, zog Francesca für ein paar Minuten einen „Motsch“. Regelmäßig schickt Francesca dann Lilli ziemlich grantige Emojis auf ihr Handy.
Nach den Matches standen häufig Presse Termine oder kurze Auftritte für das Social-Media-Team auf dem Plan. Besonders süß war auch, wie begeistert die Ballkinder von Lilli waren – und Lilli freute sich ebenso über deren Unterstützung.



Am Donnerstag wartete dann die um 1 Jahr ältere Teodora Kostovic aus der Serbien, die Lilli schon von den Jugendturnieren kennt. Lilli spielte stark und gewann souverän in 2 Sätzen. Papa war am Telefon ganz begeistert und er war schnell überzeugt, dass Mama und ich wieder verlängern werden.
Am Freitag kam es dann zum Duell gegen die an Nummer 3 gesetzte Deutsche Tamara Korpatsch. Mama hat die Spielerin schon einmal in der Vorrunde „gecheckt“ und das Ergebnis war, dass wir schon einmal vorsichtshalber unser Auto gepackt haben, doch Lilli zeigte erneut eine großartige Leistung und gewann. Man könnte jetzt aber auch das Tennisverständnis oder das Tenniswissen von Mama hinterfragen – ich meine das waren Lilli „Feuer Festspiele“, geschossen aus allen Lagen, keine Chance für die Gegnerin ihr eigenes Spiel aufzubauen. Die Stimmung war fantastisch, viele Zuschauer feuerten sie an und auch unsere Bruder Ben sowie ein Freund aus Lienz waren extra angereist.


Im Halbfinale am Samstag stand Lilli schließlich der Nummer1 Österreichs, Julia Grabherr, gegenüber. Auch Papa hat sich schließlich dazu entschieden für dieses Match an zu reisen.

Ich selbst war an diesem Tag leider nicht live dabei, da ich einen kurzen Abstecher zurück nach Hause machen musste. Verschiedene Feste und Freunde warteten an diesem Wochenende und ich war sehr unentschlossen, aber der Einzug von Lilli ins Semifinale musste dann doch schon mal gefeiert werden – ich hab dann diesen Part einmal übernommen.
Und wir alle wissen, dass Lilli richtig gut spielen kann, aber trotzdem überraschte sie uns alle: sie spielte ein unglaubliches Match und besiegte die Topgesetzte in 2 Sätzen 7:5 6:4!
Nach diesem Erfolg konnte ich nicht anders, als am nächsten Morgen ganz in der Früh – kaum von der Ausgehmeile zurück – wieder nach Amstetten zu reisen, um Lilli beim Finale vor Ort zu unterstützen!
Das Endspiel gegen Sinja Kraus war dann der krönende Abschluss einer aufregenden Woche. Lilli kämpfte sehr beherzt, gab alles, doch an diesem Tag war Sinja einfach die stärkere Spielerin.



Trotz der Finalniederlage war es für Lilli ein herausragendes Turnier mit vielen tollen Momenten. Für uns als Familie war es eine wunderbare Woche – voller spannender Matches, schöner Abende beim Essen in unterschiedlichen Restaurants und vieler schöner Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.